Antifaschistische Aktionen gegen den Aufmarsch von Bärgida und WfD am 9. April

Am Montag, 09.04. wollen die Nazi-Reste von Bärgida und WfD ab 19 Uhr wieder vom Bahnhof Friedrichstraße zum Mehringplatz in Kreuzberg marschieren. Vielleicht trauen sie sich auch weiter nach Kreuzberg hinein. Das ruft nach antifaschistischen Aktionen.

Änderungen der Nazi-Route sind auch kurzfristig möglich. Achtet auf Infos unter Hashtag #b0904

50 Jahre Dutschke-Attentat – 50 Jahre Springer-Hetze – Mahnwache vor dem Axel-Springer-Verlag am 11. April

Vor 50 Jahren, am 11. April 1968 strecke der NPD-Anhänger Josef Bachmann den Studentensprecher Rudi Dutschke vor dem Büro des  Sozialistischen Deutschen Studentenbundes mit drei Schüssen aus seiner Pistole nieder. Dutschke wurde lebensgefährlich verletzt und starb am 24. Dezember 1979 an den Spätfolgen seiner Verletzungen. An der Stelle des Attentats am Kurfürstendamm 140 ist heute eine Gedenktafel in den Bürgersteig eingelassen.

Mit Dutschke wurde nicht zufällig ein herausragender Sprecher der linken 68er Studentenbewegung angegriffen. Vorausgegangen war eine beispiellose Hetz-Kampagne der konservativen Presse gegen die rebellierenden linken Studenten und Studentinnen. Vor allem die Medien des Axel-Springer-Verlages mit dem Frontblatt „Bild-Zeitung“ riefen unverhohlen zur Selbstjustiz gegen die „Rädelsführer“ der Studentenbewegung auf. „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen“ schrieb etwa die Bild-Zeitung.

Dass Boulevard-Zeitungen wie die Bild keinen seriösen Journalismus betreiben, hat sich auch 50 Jahre nach dem Attentat nicht geändert. Sie manipulieren mit ihren Hetz-Kampagnen vor allem die wenig gebildeten Menschen unserer Gesellschaft. Mal geht es gegen angeblich „faule“ Hartz-4-Empfänger, mal pauschal gegen undankbare Geflüchtete, mal gegen Muslime. Immer wieder fährt die Bild auch Kampagnen gegen alle, die sie für linksradikal hält. Antikommunistische Propaganda betreibt die Bild nicht erst, seit der Springer-Verlag sein Verlagsgebäude als „Bollwerk des Westens“ ab 1959 direkt neben die innerdeutsche Grenze in Kreuzberg setzte.

Gnadenlos agierte die Bild-Zeitung auch im Anschluss an die Proteste gegen den G-20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg. Gegen alle ethischen Standards einer seriösen Presse veröffentlichte sie auf eigene Faust Fotos angeblicher linker Gewalttäter und Gewalttäterinnen und blies zur Jagd auf diese. Ganz im Stil einer durch und durch sexistischen Zeitung brachte sie unter dem Titel „Polizei sucht diese Krawallbarbie“ das Bild einer minderjährigen knapp bekleideten Frau auf der Titelseite. Wie beabsichtigt verbreitete sich das Bild unter fragwürdigen Kommentaren.

Anlässlich des 50. Jahrestages des Attentats auf Rudi Dutschke rufen wir zu einer Mahnwache vor dem Axel-Springer-Verlag auf. Wir wollen dabei auf die Mitverantwortung der Springer-Medien hinweisen – damals wie heute. Inbesondere die Medien des Springer-Verlages schaffen auch heute noch mit ihren Schmutz-Kampagnen ein politisches Klima, dass zu Gewalt anstachelt. Ob Angriffe gegen Unterkünfte für Geflüchtete, gegen Muslime oder gegen angeblich linksradikale Gewalttäter. Die Bild-Zeitung steht vorne mit dabei.

Wir nehmen in diesem Zusammenhang auch ausdrücklich Bezug zur Revolutionären 1. Mai Demo, die am 1. Mai wie immer um 18 Uhr am Oranienplatz startet. Die Arbeiterbewegung lässt sich für uns nicht von der Studentenbewegung trennen. Schon früh forderte auch Dutschke eine „Einheitsfront von Arbeitern und Studenten“. Auch hier ist die Springer-Presse in der ersten Reihe wenn es darum geht, den politischen Anspruch der Revolutionären 1. Mai Demo zu diffamieren und in „sinnlose Krawalle“ umzudeuten.

Kommt am 11. April ab 14 Uhr zum Springer-Verlag in der Axel-Springer-Straße 65. Zeigt dem Springer-Verlag die rote Karte. Im Anschluss wollen wir gegen 16 Uhr gemeinsam zu der Gedenktafel für Dutschke am Kurfürstendamm fahren und Blumen niederlegen.