Aktuelle Infos zum rassistischen Frauenmarsch am 09.06. in Berlin

Wir haben für Euch die aktuellen Infos zum rassistischen Frauenmarsch am kommenden Samstag (09.06.) in einer Aktionskarte zusammengestellt. Nach verschiedenen Einschätzungen müssen wir wieder mit Teilnehmer*innen aus dem gesamten rechtspopulistischen und rechtsextremen Spektrum rechnen. Ob die Teilnehmer*innen-Zahl vom letzten Frauenmarsch mit 1.200 wieder erreicht wird ist unklar.  Zur politischen Einschätzung verweisen wir auf die Annalyse der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin.

Sammelpunkt der Nazis in Kreuzberg ist ab 12 Uhr der U-Bahnhof Hallesches Tor, deren Auftaktkundgebung ist gegen 15 Uhr geplant. Von dort wollen sie zum Kanzleramt marschieren.  Nach den vorliegenden Infos ist die Nazi-Route identisch mit dem gescheiterten Versuch vom 17. Februar. Sie verläuft über den Mehringplatz, die Friedrichstraße, Unter den Linden, Pariser Platz durch das Brandenburger Tor und von dort über die Ebertstraße und Scheidemannstraße zur Schlusskundgebung vor dem Bundeskanzleramt.

Auf dem Mehringplatz findet ab 11 Uhr eine von Anwohner*innen organisierte Gegenveranstaltung  statt. Westlich und östlich der Friedrichstraße sind von bisher unbekannten Anmelder*innen Demos angemeldet, die eventuell als Ausweichrouten der Nazis vorgesehen sind. Die Organisatorin des Frauenmarsches Leyla Bilge beklagte sich kürzlich darüber, dass die Bullen nicht ihre komplette 3,5 km lange Route absichern wollten. Wir gehen dennoch nach der erfolgreichen Blockade des letzten Frauenmarsches davon aus, dass die Bullen diesmal die gesamte Naziroute durchsetzen wollen und die Strecke umfangreich mit Gittern, Wannen und einem Großaufgebot von Prügelbullen absichern werden. Unzählige Hamburger Gitter wurden bereits auf der gesamten Strecke abgestellt. Wir müssen uns also auf Verhältnisse wie bei der AfD-Großdemo am 27. Mai einstellen.

Für uns ist trotz der Bullenstrategie völlig klar, dass ein rassistischer Aufmarsch dieser Größenordnung in Berlin mit allen Mitteln zu bekämpfen ist. Gegen diese zu erwartende Verhinderungstaktik der Bullen werden Massenblockaden wie am 17. Februar schwer durchführbar und wenn wohl nur an touristischen Hotspots möglich sein. Klar ist aber auch, dass sich die touristischen Attraktionen wie der Checkpoint Charlie und das Brandenburger Tor nicht über eine lange Dauer hermetisch abriegeln lassen. Es bedarf demnach nach unserer Auffassung zusätzlich flexible dezentrale und kreative Aktionen, um eine erfolgreiche Verhinderung des Naziaufmarschs zu erreichen.  Wir fordern daher alle Antifaschist*innen und Feminist*innen auf, sich entschlossen an den Gegenaktionen zu beteiligen.

3 Gedanken zu „Aktuelle Infos zum rassistischen Frauenmarsch am 09.06. in Berlin“

  1. inhaltlich ist, gemessen wie immer am anlaß, am aufruf ganz und gar nichtsauszusetzen. wäre ich mit meinen 62 jahren, nicht schwer krank, müßte ich jetzt nicht nur allen gegen den braunen frauenmarsch engagierten antifaschist*innen viel erfolg und viel kreativität aus der ferne wünschen. lieber wäre ich unter euch…zum text noch mal zurück: oft genug bei demos aller art habe ich eine bezeichnung selber gebraucht, so wie ihr in eurem aufruf. doch so wie ich mich oft genug als reichlich antiquiert empfinde, scheint mir nun auch der auch von jungen (?) nazis benutzte ausdruck „bulle“, resp. plural, antiquiert zu sein. zwar kann mensch sich auch fragen, warum mensch diesen beruf ausübt, doch sind wir uns sicher mit „bulle“ nicht auch die jungen polizisten zu beleidigen, die den braunen aufmarsch nun wirklich nur widerwillig schützen (müssen)? was ich mit vielen worten nur meine: ihr, genoss*innen, müßt ja nicht alle unguten traditionen fortsetzen, die die protestgenerationen vor euren begründet haben. paßt gut aufeinander auf!

    1. zum Thema „Bullen“… schmunzel einige Begriffe haben sich über die Jahre hinweg gehalten. Interessant ist das viele Länder so ihre Begriffe zum Beispiel für Polizeibeamt*in haben. Es gibt den „Flic“ oder den „Cop“ oder den „Bobby“ und eben auch den „Bullen“. Womöglich dieses Deutsche Geradeaus Denken mag es sein das man alles zu ernst nimmt. In den meisten Ländern geht man mit den geschaffenen Begriffe zu Polizei eher locker um. Es ist einfach ok. In Deutschland kann man diese Freizügigkeit kaum erwarten.

      und zum Thema „alt und krank“ … ach wir werden alle älter und manchmal auch kranker und dennoch kann jede*r ganz nach eigenen Fähigkeiten der Revolution dienlich sein. Man muss eben nur seinen Platz finden 🙂

  2. Randinfo: am 09.6. gegen 15 Uhr soll die AfD in Mainz auftreten. Man nimmt Bezug auf den gewaltsamen Tot einer 14 jähringen Schülerin. (ähnliche Hintergründe wie Kandel).

    Textmeldung der DPA: Mehrere Demos und Gegendemos in Mainz nach Susannas Tod

    Mainz (dpa). Nach dem gewaltsamen Tod der 14-jährigen Susanna ist in Mainz in den kommenden Tagen eine Serie von Demonstrationen und Mahnwachen geplant. Für diesen Samstag um 13.00 Uhr lädt die „Gutmenschliche Aktion Mainz“ zu einer Trauerkundgebung für Susanna auf den Petersplatz ein und wendet sich gegen Rassismus. Um 15.00 Uhr will die AfD-Landtagsfraktion von Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Es reicht! Endlich Konsequenzen ziehen!“ vor der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei demonstrieren.

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