Vom Protest zum Widerstand – Gedenkveranstaltung zum Todestag von Ulrike Meinhof am 9. Mai

Am 09.05.1976 wurde Ulrike Meinhof nach vier Jahren Isolationshaft in ihrer Zelle im Folterknast von Stuttgart-Stammheim tot aufgefunden. Die Justiz sprach noch vor Untersuchung ihrer Leiche von Selbstmord durch Erhängen. Eine internationale Untersuchungskommission kam jedoch zu dem Schluss: „Die Behauptung der staatlichen Behörden, Ulrike Meinhof habe sich durch Erhängen selbst getötet, ist nicht bewiesen. Die Ergebnisse der Untersuchungen der Kommission legen vielmehr den Schluss nahe, dass sich Ulrike nicht selbst erhängen konnte.“ Menschen, die an der staatlichen Selbstmordthese zweifeln, werden bis heute kriminalisiert.

Ulrike engagierte sich seit 1957 politisch, war Mitlied der verbotenen KPD und wurde durch ihre Artikel und Kolumnen vor allem in der linksradikalen Zeitschrift „Konkret“ eine bedeutende linke Persönlichkeit. 1970 gründete sie mit anderen die bewaffnet im Untergrund kämpfende Rote Armee Fraktion (RAF). Ihre Entscheidung für den bewaffneten Kampf fiel vor allem durch die postfaschistische Kontinuität der BRD und dem US-Völkermord in Vietnam. Sie war getragen vom Willen, die Revolte der Außerparlamentarischen Opposition (APO) von 1968 weiter zu entwickeln.

Wir werden uns am Todestag von Ulrike an ihrem Grab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof III in Berlin-Mariendorf zu einem Sit-in treffen. Wir haben Ulrike und ihren legitimen Kampf gegen den kapitalistischen und in Teilen faschistischen Staat auch 42 Jahre nach ihrem ungeklärten Tod nicht vergessen. Wir wollen an sie erinnern und ihr gedenken. Wir wollen über ihren Kampf reden und diskutieren, ob ihr Kampf auch unser Kampf sein kann.

Wir treffen uns um 13 Uhr am Haupteingang des Dreifaltigkeitsfriedhofs III (Eisenacher Str. 61). Kommt und setzt Euch dazu. Bringt Decken, Essen, Trinken und Blumen mit. Im Anschluss werden wir gemeinsam zu den Feierlichkeiten zum Tag des endgültigen Sieges über den Hitler-Faschismus am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park fahren.

Ein Gedanke zu „Vom Protest zum Widerstand – Gedenkveranstaltung zum Todestag von Ulrike Meinhof am 9. Mai“

  1. … einige in unseren Reihen kannten Ulrike und beschreiben sie als sehr liebenswerter und feinfühliger Mensch. Womöglich sind die meisten RAF ler*innen so gestrickt. Den Beweis dazu liefern die Genoss*innen der RAF Berlin selbst denn sie haben unsere Toten nicht vergessen. Daher im Namen aller RAF ler*innen einen ganz besonderen Dank nach Berlin.

    Zitat: Daniela Klette und Raymund Martini „…ihr in Berlin seit das Herz der RAF – Danke !“

    Zitat: andere RAF ler*innen „… sie haben uns also nie vergessen – Danke !“

    Zitat: von der Front im Kampf um die Freiheit Rojava „… wenn wir sterben müssen wissen wir das man uns nicht vergessen wird – Danke !“

    … das nur einige der Reaktionen auf Aktionen der Genoss*innen der RAF Berlin.

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