Heraus zum Roten 1. Mai ab 13 Uhr auf dem Karl-Marx-Platz

Der 1. Mai ist für uns kein Feiertag.  Auch, wenn uns die sozialdemokratischen Parteien und DGB-Gewerkschaften weiß machen wollen, dass die Arbeiter*innen durch die sogenannte Sozialpartnerschaft von Arbeitgebern und Gewerkschaften nicht mehr unterdrückt und ausgebeutet werden. Wir erleben nicht nur in Berlin täglich das Gegenteil. Ob Arbeitgeber wie Amazon oder Foodera, ob Vermieter wie die Deutsche Wohnen oder Padovicz, immer noch häufen wenige Bonzen durch Ausbeutung und Verdrängung unermesslichen Reichtum und schwindelerregende Profite an.  Der 1. Mai bleibt für uns ein Kampftag aller Unterdrückten, Ausgebeuteten und Verdrängten.

Wir unterstützen daher den Aufruf zum Roten 1. Mai in Berlin.

1. Mai – Unser Tag – Auf die Straße gegen Ausbeutung und Unterdrückung!

Auch wenn uns die sozialdemokratischen Parteien in diesem Land etwas anderes weismachen wollen: Der 1. Mai ist nicht der Tag des falschen Klassenfriedens, an dem wir uns von den Verrätern von SPD bis Linkspartei etwas von sozialer Gerechtigkeit erzählen und uns von hohlen Phrasen einlullen lassen.

Es ist nicht der Tag, an dem wir uns von Gewerkschaftsbonzen auf Sozialpartnerschaft einschwören lassen, im Gegenteil:

EINE BLUTROTE TRADITION

Der 1. Mai entstand in den USA, als zehntausende Arbeiter 1886 in Chicago gemeinsam gegen ihre unmenschliche Ausbeutung auf die Straße gingen. Die Polizei griff in den darauffolgenden Tagen immer wieder Streikposten an und verübte ein regelrechtes Massaker an ihnen. Die Arbeiter ließen sich davon nicht einschüchtern und protestierten weiter auf dem Heuplatz, dem Haymarket. Einige von ihnen mussten diesen Mut mit ihrem Leben bezahlen.

43 Jahre später: Deutschland am Vorabend der Machtübergabe an die Faschisten. Der Sozialdemokrat und Polizeipräsident Zörgiebel belegt die KPD und die gesamte preußische und Berliner Arbeiterschaft mit einem Demonstrationsverbot. Es ist die sozialdemokratische Reaktion auf antifaschistische Kämpfe, nachdem sie Hitler erlaubte wieder öffentlich aufzutreten und zu reden. Und auch darauf, dass die Berliner 1.-Mai-Demonstrationen im Vorjahr so klar von den Kommunisten dominiert wurden, während SPD und gelbe Gewerkschaften ein schlechtes Bild ablieferten.

Als die KPD und ihre Maikomitees sich widersetzten und von ihrem Recht sich die Straße zu nehmen Gebrauch machten, ließ Zörgiebel die Polizei in die Menge feuern. Bei dem großangelegten polizeilichen Massaker nach den zahlreichen Demonstrationszügen in der Stadt, kommen in den Arbeitervierteln Neukölln und Wedding mindestens 33 Arbeiterinnen und Arbeiter im Kugelhagel der Reaktion ums Leben, die jüngste ein 16-jähriges Mädchen. Es fallen – laut amtlichen Angaben – 11.000 Schüsse aus Polizeiwaffen. Anwohner werden an ihren Fenstern erschossen, weil sie rote Fahnen gehisst haben, es gibt regelrechte Hinrichtungen auf der Straße. Es herrscht Ausnahmezustand in unseren Vierteln. Panzerwagen mit Maschinengewehren patrouillieren, Licht anmachen ist in den Folgetagen in den Arbeiterwohnungen verboten, ebenso wie das Betreten der Straße nach Anbruch der Dunkelheit. Tausende werden bei dem hemmungslosen Polizeiterror gegen arme unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder verletzt. Kein Polizist wird dafür je vor Gericht gestellt, geschweige denn verurteilt. Das ist ihre Weimarer Republik.

Die SPD entpuppt sich ein weiteres mal eindrücklich als Partei des Arbeitermords. Mit ihrer Bürgerkriegsübung im Auftrag der herrschenden Bourgeoisie versucht sie der revolutionären Arbeiterbewegung Angst einzujagen und bietet einen Vorgeschmack des Faschismus. In den darauf folgenden Tagen werden die kommunistische Zeitung „Rote Fahne“ und der Rotfrontkämpferbund verboten, was dem Faschismus direkt den Weg ebnet.

Es ist der Blutmai 1929. Vor genau 90 Jahren. Das passierte hier auf unseren Straßen und Plätzen. Im Rollbergviertel, auf dem Hermannplatz, in der Kösliner Straße. Das Blut der Weddinger und Neuköllner Arbeiter von damals wurde auf diesen Straßen vergossen und gibt uns Verantwortung. Nie dürfen diese Verbrechen gegen unsere Klasse und das Volk vergessen oder vergeben werden.

Das ist die blutige Tradition, in dem der Tag der Arbeiterklasse steht. Der 1. Mai gehört uns. Es ist der Tag des Volkes, der Arbeiterklasse, der Jugend. Es ist der Tag, an dem wir, die in diesem System unten gehalten und geknebelt werden, auf die Straße gehen und uns gegen die Mächtigen auflehnen. Der Tag, an dem wir den unversöhnlichen Widerspruch zwischen uns und den Herrschenden nicht länger hinnehmen und uns zusammenschließen und kämpfen.

WENN DAS VOLK KÄMPFT

Ein Blick in unser Nachbarland zeigt uns, was heute passiert, wenn das Volk beginnt den Kampf aufzunehmen. Die Gilet Jaunes (Gelbwesten) begannen als Bewegung gegen die Erhöhung der Diesel- und Benzinpreise und haben in den vergangenen Monaten hunderttausende wütende Franzosen gegen die Regierung Macrons auf die Straße gebracht. Sie sind längst mehr als eine Protestbewegung gegen die Dieselpreise. Sie sind zum Sinnbild der Rebellion gegen ein System geworden, welches den Profit zum Gott und den Menschen zum Kostenfaktor erklärt.

In Paris brannten Barrikaden auf den Champs Élysée, und dem einen oder anderen knüppelnden Polizisten wurden im Nahkampf seine Grenzen aufgezeigt. Keine TNT-beladenen Gasgranatengeschosse, keine Schlagstöcke, kein Pfefferspray können das französische Volk davon abhalten gegen Lohnraub, Armut und immer unerträglichere Lebensumstände zu rebellieren.

Der französische Präsident hat mittlerweile angekündigt, auf diese Massenbewegung mit der Armee reagieren zu wollen, verschärft die Gesetze um Demonstranten zügiger und länger in den Knast stecken zu können. Auch hier gibt es bereits über 11 Tote durch „Polizeimaßnahmen“. Es ist der Beweis, dass sich seit den Haymarket Riots in Chicago und dem Blutmai in Berlin nichts geändert hat: Wenn das Volk rebelliert, werden die Herrschenden versuchen unsere Proteste in Blut zu ertränken.

In anderen Ländern, ist nicht nur die Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit größer, sondern auch der Widerstand. Auf den Philippinen feierte die New Peoples Army (NPA) am 29. März diesen Jahres ihr 50-jähriges Bestehen. Die NPA ist eine Armee des philippinischen Volkes, welche gegen die amerikanische Fremdherrschaft, gegen die Marionettenregierung Dutertes und für nationale Selbstbestimmung und neue Demokratie kämpft. Ihre zehntausend Vollzeitsoldaten, die unter roten Fahnen, sowie unter Befehl und Führung ihrer Partei, der Kommunistischen Partei der Philipinnen kämpfen, entlarven eindrucksvoll die mantrahaft wiederholte Lüge der Herrschenden „der Kommunismus sei tot“.

Die Revolution auf den Philippinen ist nicht mehr oder weniger als das herausragendste von vielen Beispielen für die Widerständigkeit der Völker und dem weltweiten Kampf gegen den Imperialismus, welcher uns von den bürgerlichen Medien bewusst vorenthalten wird.

Als ebenso von besonderer Strahlkraft, sticht der Volkskrieg in Indien ins Auge. Die sich fortsetzende revolutionäre Situation in der Türkei und Nordkurdistan. Der sogenannte „nahe Osten“, der nie zur Ruhe kommt und das noch immer entrechtete und vertriebene, aber ebenso tapfere und kampfbereite Volk Palästinas. In Lateinamerika führen die Imperialisten grade einen Staatsstreich durch und verletzen die nationale Souveränität Venezuelas. Doch das venezuelanische Volk akzeptiert dieses Verbrechen nicht. Stattdessen bereitet es sich auf eine Invasion vor und warnt den US-Imperialismus, im Falle einer Intervention, sein neues Vietnam zu werden.

All das sind Momentaufnahmen aus der Welt in der wir leben. Das ist der heutige Zeitgeist. Das ist der Riss der durch alle Länder geht. Überall auf der Welt stehen sich die Völker und die Imperialisten, das Volk und die Bourgeoisie unversöhnlich gegenüber. Und am ersten Mai beschwören wir Jahr für Jahr aufs Neue die Einheit der Völker und der internationalen Arbeiterklasse im Kampf gegen den Imperialismus.

Und wie ist es in Deutschland?

DEUTSCHLAND DEINE KINDER

Für die allermeisten Deutschen besteht das Leben zu einem Großteil aus harter Arbeit für zu wenig Ertrag. Aus sinkenden Löhnen, einem Anstieg des Rentenalters, Hartz 4, Arbeitsamtschikanen, Juristischer Jagd auf Schwarzfahrer, Leiharbeit, Niedriglöhnen, Paralleljobs, steigenden Lebensmittelkosten, Perspektivlosigkeit, Kinderarmut, Altersarmut, Mietwucher und Verdrängung.

Das, was Soziologen und Journalisten das „Prekariat“ nennen, ist die Arbeiterklasse Deutschlands. Der lästige und unangenehme Fakt, mit dem sich Politiker und Firmenchefs herumschlagen müssen. Diejenigen, die mit der BRD, ihren Lügen und Politikern, ihrer verlogenen „humanistischen Agenda“, ihrer Polizei und ihren Gesetzen nichts mehr anfangen können. Die „Abgehängten“.

Unsere Klasse.

Mitsamt ihrer Jugend, mit der die Offiziellen nichts mehr anfangen können. Einer Jugend wie einer schlafenden Armee in all den Berufs- und Gesamtschulen, den Ausbildungsbetrieben und Lehrbauhöfen, den Fankurven und Fitnessstudios. Einer Armee, die einen Weckruf, eine Organisation, ein Ziel und eine Führung braucht.

Eine Jugend, die sich zunehmend organisiert und radikalisiert. Die zunehmend aufhört dem „amerikanischen Traum“ hinterherzujagen, der omnipräsent propagiert wird und die anfängt sich zusammenzuschließen.

Mitsamt ihrer Migranten, welche sich radikalisieren und dem System eine Absage erteilen, welches erst Flüchtlingskrisen hervorbringt und mit deutschen Panzern ihre Länder in Schutt und Asche legt, dann Flüchtlinge als billige entrechtete Arbeitskraft aufnimmt und schließlich “Protestparteien“ ala AfD und Faschisten auf sie loslässt um sie da zu halten, wo sie sind. Außerhalb der Gesellschaft und ganz ganz unten.

In der deutschen Linken haben klassenfremde Ideologien die letzten 30 Jahre den Ton angegeben. Haben neben den Schlägen der Repression den Zusammenbruch des Lagers der sozialistischen Länder mehr oder weniger mitbeklatscht und für zusätzliche Spaltung und Verwirrung gesorgt. Doch es zeichnet sich eine Trendwende ab: Der Marxismus hat wieder Hochkonjunktur.

In vielen verschiedenen Städten Deutschlands gründen sich junge revolutionäre Gruppen und Zirkel, ringen um die Einheit und nehmen ihre Aufgabe an. An der Spitze dieser Entwicklung stehen die maoistischen Gruppen, welche für ihren Anstoß dieses Prozesses und ihre voranpreschende Rolle den härtesten Gegenwind erfahren. Welche von der Reaktion in Zeitungsartikeln, wie auf der Straße attackiert werden und gegen die Verbotshetze betrieben wird.

Alle Versuche die rote Jugend in diesem Prozess ihrer Vereinigung und dem Aufnehmen des gemeinsamen Kampfes zu behindern, können und werden unweigerlich ins Leere laufen. Ob Verbot, aufgehetzter Kleinbürgermob auf der Straße, oder Pressehetze. Der Aufbau einer starken Jugendmassenorganisation, bundesweit vernetzt, schlagkräftig und organisatorisch auf den Prinzipien des Proletariats fußend, folgt einer historischen Notwendigkeit.

Einer Notwendigkeit, die sich in den 1990er Jahren nicht plötzlich erledigt hat.

Einer Notwendigkeit, die trotz jeder verwirrten bürgerlichen Feuilleton-Meinung, trotz jedem modernen Hofphilosophen, oder Politologen der Bourgeoisie, eine Tatsache bleibt.

Eine Notwendigkeit, die jedes Jahr am 1. Mai aufs Neue, auf den Straßen aller Kontinente in den roten Fahnenmeeren ihre konkrete Gestalt erhält:

Die Notwendigkeit vom Sturz des Imperialismus, durch den Sieg des Sozialismus. Eine Zukunft für die Jugend, eine Zukunft für das Volk.

AUF DIE STRASSE

Also stellen wir uns auf! Reihen wir eine kräftige, würdevolle und rote 1.-Mai Demonstration in die breite, weltweite Front aus Demonstrationszügen und Fahnenmeeren.

Setzen wir ein deutliches Zeichen der internationalen Solidarität und senden es in jeden Winkel der Welt, in dem gegen den Imperialismus gekämpft wird! Von den Philippinen, über Indien und Afghanistan, über Syrien und Palästina, von Frankreich bis nach Venezuela!

Demonstrieren wir die Einheit der kämpfenden, deutschen Arbeiterjugend und setzen sie der Hetze, der Denunziation, den Repressionsgelüsten der Reaktion entgegen!

Verbinden wir uns mit den Volksmassen unter klaren und einfachen Parolen, tragen wir ihre Interessen unter der roten Fahne auf die Straße!

Heraus zum roten 1. Mai!
Gegen Ausbeutung, Unterdrückung und imperialistischen Krieg!

1. MAI – 13:00 UHR – KARL-MARX-PLATZ – BERLIN-NEUKÖLLN

Ein Gedanke zu „Heraus zum Roten 1. Mai ab 13 Uhr auf dem Karl-Marx-Platz“

  1. In der Tat ist vieles was uns doch dienen soll alles andere als uns wohlgesonnen. Gewerkschaften sind schon lange Mitläufer eines aus den Fügen geratenen Systems geworden. Aber da gäbe es noch viele Beispiele mehr. Die Spirale des Kapitalismus hat vieles in seinen Bann gezogen ud das Leben wird für die Menschen eher zu einem Überlebenskampf. Als das sichergestellt war fing man an auch alles was der Sache kritisch im Weg zu stehen anzugreifen. Schnell wurden da Terrorist*innen geschaffen die dies und das getan haben sollen dabei haben viele dieser angeblich ach so gefährlichen Leute rein nichts getan. Bestenfalls waren sie der Sache nur kritisch gegenüber.

    Interessant ist da die Geschichte der RAF und es sind wohl die Kreise der Mächtigen die auf der einen Seite natürlich mit Hilfe der Massenmedien glaubhaft machen wollen das es die RAF nicht mehr gebe. So gesehen schreiben also hier Geister und warum die Staatsmacht einigen bekannten RAF Freund*innen gleich mit schwerbewaffneten SEK Einheiten begegnet bleibt fremd denn wenn es doch etwas nicht mehr gibt weshalb läßt man dann gleich ganze Armeen hochfahren? Aber die Unlogik ist ein Teil des Kapitalismus die nur noch wenige hinterfragen.

    Proteste zeigen – ja das ist und soll immer eine Option sein und auch bleiben. Jedoch muss auf der anderen Seite festgehalten sein das es nach dem 2. WK unendlich viel Protest gab der so wie man es auch sehen will zu dem führte wo wir heute stehen … nämlich am Rande eines Abgrundes in ein riesiges Chaos. Protest ja nur muss auf der anderen Seite auch eine Ursache erkannt und angegangen sein. Wir können nicht mehr mal zwei drei Stunden auf die Straße gehen auf Dinge hinweisen dann Heim gehen und denken der Rest löst sich von selbst oder das ausgerechnet unser Protest jetzt die Massen aus ihrer Angst befreite und es gleich eine große Wende gäbe.

    Wir haben die wahren Ursachen doch längst erkannt oft genug darauf hingedeutet aber rein nichts tat sich zur Abhilfe auf. Ja ist es nicht so das genau das Gegenteil eingetreten ist und das sich der/die Verursacher immer härter mit kritischen Menschen befassen? Wie lange dauert es wohl bis aus Haft KZ wird? Derweil gibt es schon belegbare Fakten die von Zustände berichten wie wir sie eher in einem KZ vermuten würden?

    Kommt alles wieder oder ist es schon da und hat nur einen anderen Namen und Umschreibungen?

    Protest ja – dennoch es muss mehr getan sein.

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