Nazis von der Straße fegen – Nazi-Aufmarsch am 3. März in Berlin bekämpfen

Am 17.02. stoppten engagierte Antifaschistinnen und Antifaschisten den rassistischen Frauenmarsch der AfD. Nun steht am 3. März bereits wieder der nächste große Naziaufmarsch in Berlin an. Die rechtsextreme Organisation „Wir für Deutschland“ um den Marzahner Neonazi Enrico Stubbe ruft erneut zu einer rassistischen Demo vom Hauptbahnhof durch Berlins Mitte auf. Mit dem neuen Motto „Nein zur GroKo “ soll eine patriotische Frühlingsoffensive eingeleitet werden.

Stubbe organisiert die vierteljährlichen Nazi-Aufmärsche seit 2016. Zum Auftakt im März 2016 erschienen 3.000 Nazis in Berlin. Obwohl sich die Anzahl der Teilnehmer*innen seither deutlich verringerte, rechnen wir damit, dass am kommenden Samstag erstmals wieder die 1.000 erreicht werden kann. Die erfolgreiche Blockade des Frauenmarsches hinterließ in der rechtsextremen Szene, insbesondere im AfD-Umfeld, deutlich wahrnehmbaren Frust. Dies könnte zu einer besseren Mobilisierung innerhalb der Szene führen. Es werden also wieder Nazis aus dem gesamten rechtsextremen Spektrum erscheinen. Schließlich fühlen sich von der lokalen AfD-Prominenz über den kleingeistigen Spießbürger bis bis zum gewaltorientierten Hooligan alle Arten von Rassist*innen von einer islam- und flüchtlingsfeindlichen Demo angezogen.

Die Marschroute ist uns noch nicht bekannt. Treffpunkt der Nazis ist um 15 Uhr der Washingtonplatz am Hauptbahnhof. Von da aus wollen die Islamfeinde wieder mit ihrer menschenverachtenden Hetze durch Berlin-Mitte ziehen. Wir werden Euch rechtzeitig über weitere Details informieren.

Auch diesmal steht für uns außer Frage, dass wir so einen Aufmarsch von Nazis niemals dulden werden. Wir fordern alle Antifaschist*innen auf, sich kreativ und entschlossen an den Aktionen gegen den rechtsextremen Demozug zu beteiligen.

Verharmlosung deutscher Verbrechen in der Kolonialzeit verhindern – Bürgerdialog der AfD am 23.02. im Rathaus Mitte kritisch begleiten

Eine ganz andere Form von Rassismus  offenbart die AfD in Berlin aktuell. Sie macht mobil gegen die mögliche Umbenennung Berliner Straßennamen, die nach rassistischen Verbrechern aus der deutschen Kolonialzeit wie Lüderitz oder Trotha benannt sind. Seit Jahren kämpfen zahlreiche antirassistische Initiativen wie „Berlin Postkolonial“ für eine Umbennung der Straßen im Afrikanischen Viertel in Wedding.

Einladung der AfD

Ganz in völkischer-deutscher Tradition will die AfD offensichtlich verhindern, dass die Namen, die für die grausamen Verbrechen und Massenermordungen durch die deutsche Kolonialarmee in den ehemaligen afrikanischen Kolonien stehen, aus dem Straßenbild getilgt werden. Dazu lädt sie für kommenden Freitag (23.02.) zu einem sogenannten Bürgerdialog und Diskussion mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Geschichtslehrer Götz Frömming in das Rathaus des Bezirks Mitte ein.  Frömming selbst sieht in den Bemühungen von Bürger*innen und Bezirksamt zur Straßenumbennenung “modernen Kolonalismus” und “koloniale Eroberungswut”.

Wir rufen dazu auf, die Verharmlosung deutscher Verbrechen in der Kolonialzeit zu verhindern und die AfD-Veranstaltung kritisch zu begleiten. Kommt am Freitag, 23.02. um 17:30 Uhr zum Rathaus des Bezirks Mitte. Wir werden uns das auch nicht entgehen lassen.

  • 23.02.2018 | 17:30 Uhr 
  • Rathaus Bezirk Mitte (1. Stock) | Karl-Marx-Allee 31 

Aufruf von Hände weg vom Wedding
Internetpräsenz von Berlin Postkolonial

 

Update: Aktuelle Infos zum AfD-Frauenmarsch am 17.02. in Berlin

Wir haben für Euch die aktuellen Infos zum AfD-Frauenmarsch am kommenden Samstag (17.02.) in einer aktualisierten Aktionskarte zusammengestellt. Aufmarschort der Nazis in Kreuzberg ist ab 15 Uhr der U-Bahnhof Hallesches Tor. Von dort wollen sie zum Kanzleramt marschieren.  Nach den letzten vorliegenden Infos verläuft die Nazi-Route über die Friedrichstraße, Unter den Linden, Pariser Platz  zum Brandenburger Tor und von dort über die Scheidemannstraße zum Bundeskanzleramt. Auf welchem Weg es vom Halleschen Tor zur Friedrichstraße geht, ist noch nicht klar.  Inzwischen sind vier Gegenkundgebungen ab 14 Uhr in der Nähe des Aufmarschorts angemeldet: auf dem Mehringplatz zur Gitschiner Straße, Ecke Stresemannstraße/Wilhelmstraße. Ecke Franz-Klühs-Straße/Friedrichstraße sowie Ecke Hedemannstraße/Friedrichstraße. Es gibt also genügend Anlaufpunkte für erfolgreiche Massenblockaden. Die Gegenkundgebung am S-Bahnhof Friedrichstraße wurde dagegen gestrichen. Änderungen sind jedoch noch möglich. Achtet also auf aktuelle Infos unter dem Hashtag #b1702.

Wir gehen davon aus, dass neben dem christlich-fundamentalen Umfeld von Anmelderin Leyla Bilge Nazis aus allen Spektren der rechtsextremen Szene anreisen werden. Neben den üblichen AfD-Hetzern hat sich Pegida-Gründer Lutz Bachmann angekündigt. Daneben mobilisiert auch die Identitäre Bewegung mit ihrem neuen Tarnprojekt „120db“. Momentan rechnet das Berliner Bündnis gegen rechts mit 500-1000 Rassist*innen. Es können aufgrund des Themas und der bundesweiten Mobilisierung auch erheblich mehr werden. Mit dem Halleschen Tor hat sich die AfD für einen Aufmarschort entschieden, der mit öffentlichen Massenverkehrsmitteln nur mit der U-Bahn (U6/U1) zu erreichen ist. Zu Fuß führt der sicherste Weg für die Nazis wohl über den Mehringdamm.

Für uns ist völlig klar, dass ein rassistischer Aufmarsch dieser Größenordnung in Berlin mit allen Mitteln zu bekämpfen ist. Die Bullen werden wie immer mit einem Großaufgebot versuchen, den Marsch der Nazis durchzuprügeln. Der Aufmarschort am Halleschen Tor und Teile der Friedrichstraße sichern die Bullen mit Gittern ab. Gegen diese Taktik können nur Massenblockaden und dezentrale Aktionen erfolgreich sein. Klar ist aber auch, dass sich die touristischen Attraktionen wie der Checkpoint Charlie und das Brandenburger Tor nicht hermetisch abriegeln lassen. Wir fordern daher alle Antifaschist*innen und Feminist*innen auf, sich kreativ und entschlossen an den Aktionen gegen den rechtsextremen Frauenmarsch zu beteiligen. Es gibt kein Recht auf Nazis in den Straßen.

Rassismus ist kein Feminismus – Nationalistischer Frauenmarsch am 17.02. in Berlin verhindern

Für den 17.02. ruft AfD-Mitglied und Islamhasserin mit kurdischer Abstammung Leyla Bilge zu einem nationalistischen Frauenmarsch in Berlin auf. Während sie selbst von einer überparteilichen Veranstaltung ausschließlich von Frauen spricht, wird der Marsch auf zahllosen AfD-Seiten beworben. Wir rechnen mit der bundesweiten Anreise von Männern und Frauen aus dem gesamten völkisch-nationalistischem Lager von der AfD über Pegida bis zu offen erkennbaren Neonazis.

Leyla Bilge behauptet, sich für die Rechte von Frauen einsetzen zu wollen. In Wahrheit sieht sie Feminismus rassistisch. Für Sie findet Gewalt gegen Frauen ausschließlich durch ausländische Männer statt. Opfer sind dabei nur „deutsche“ Frauen. Sie blendet aus, dass Gewalt gegen Frauen in Deutschland alltäglich ist und überwiegend durch deutsche Männer ausgeübt wird. Leyla Bilge setzt sich nicht für das Recht aller Frauen auf Gleichberechtigung ein. Sie unterstützt das chauvinistische Frauenbild der AfD, in dem Frauen und Männern unterschiedliche Rollen  zugedacht werden. Ihr vorgeblicher Feminismus ist tatsächlich im Kern antifeministisch. Feminismus kann niemals rechts sein.

Die Marschroute ist aktuell noch nicht bekannt. Treffpunkt ist um 15 Uhr der U-Bahnhof Hallesches Tor im Norden von Kreuzberg. Von da aus wollen die angeblichen Frauenrechtler*innen zum Bundeskanzleramt marschieren. Wir gehen derzeit davon aus, dass die Marschroute entweder direkt über die Wilhelmstraße oder über die Stresemannstraße und den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor geplant ist und von dort weiter zum Bundeskanzleramt verläuft. Eine Gegenkundgebung ist ab 14 Uhr auf dem Mehringplatz angemeldet.

Wir rufen dazu auf, den nationalistischen Frauenmarsch durch Kreuzberg und Berlin-Mitte zu verhindern. Beteiligt Euch an Blockaden und stellt euch den völkischen Antifeminist*innen entschlossen entgegen.