25 Jahre nach den Pogromen von Rostock-Lichtenhagen

Heute vor 25 Jahren, am 22.08.1992, begannen die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen. Hunderte Rechtsextreme attackierten tagelang unter dem johlenden Beifall tausender Schaulustiger vietnamesische Asylbewerber*innen. Die Polizei versagte völlig, zog sich zurück und überließ die angegriffenen Menschen schutzlos dem tobenden Mob. Die wenigen Antifaschist*innen vor Ort konnten die Attacken nicht verhindern. Warfen die alkoholisierten Neonazis zunächst Steine und Betonplatten gegen die Asylunterkunft, steckten sie diese schließlich an. Nur mit Glück konnten sich die Menschen aus der brennenden Unterkunft retten. Es waren die bis dahin massivsten rassistisch motivierten Angriffe in der Bundesrepublik.

Auch 25 Jahre nach der „Schande von Rostock“ werden Unterkünfte für Geflüchtete in Brand gesteckt. Ob Freital oder Heidenau, noch immer können Nazis ihre rassistische Gewalt nahezu ungestört von Politik oder Polizei ausüben. Täglich werden Menschen angegriffen, weil sie nicht wie „Deutsche“ aussehen. Die rechtspopulistische AfD treibt die Politik von einer Asylrechtsverschärfung zur nächsten. Wir schaffen die Gründe für die Flucht von Millionen Menschen, aber die deutsche Regierung lässt Menschen auf der Flucht vor Krieg und Hunger an den Außengrenzen der EU oder im Mittelmeer verrecken. Nationalistische Ideen haben nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa und der Welt wieder Zulauf.

Für uns sind die Lehren von Rostock, dass wir täglich gegen Rassismus kämpfen müssen. Dass wir noch energischer für eine tolerante und solidarische Gesellschaft ohne Diskriminierung einzutreten haben. Die Regierungen der Nationalstaaten haben gezeigt, dass sie die Probleme einer kapitalistischen ausbeuterischen und weltweit agierenden Elite nicht lösen können. Nehmen wir den Kampf gegen Faschismus an. Alle Menschen sind gleich viel Wert, unabhängig ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihres Besitzes, ihrer Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Neigung. Das ist unsere tiefste Überzeugung.

Aktionen gegen den Heß-Gedenkmarsch am Samstag in Berlin-Spandau


Sa, 19.08. // ab 11 Uhr // S-Bhf Berlin-Spandau

Am kommenden Samstag wollen wieder Nazis der übelsten Sorte Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß verherrlichen. Nachdem Heß jahrzehntelang im Gefängnis für Kriegsverbrecher in Spandau eingesperrt war, brachte er sich am 17.08.1987 selbst um. Zu diesem Jahrestag versammeln sich regelmäßig Anhänger*innen der faschistischen NS-Ideologie. Treffpunkt der Nazis ist in diesem Jahr am Samstag ab 11 Uhr der S-Bahnhof Spandau. Von dort aus wollen Sie durch Spandau marschieren.

Uns ist egal, ob Heß sich wirklich selbst umbrachte. Dieser faschistische Kriegsverbrecher hat viel zu lange gelebt. Wenn nun Nazis aus ganz Deutschland nach Berlin kommen, um die nationalsozialistische Hitler-Zeit zu verherrlichen, werden wir nicht tatenlos zusehen. Wir fordern euch auf, mit uns den Nazi-Aufmarsch zu verhindern.

Tod dem Faschismus!